Lektion 3.3

Stoffe trennen, Wertstoffe und Recycling

15 min Lesezeit

In der Küche stehen mehrere Eimer: Papier, Bio, Gelber Sack und Restmüll. Dein Joghurtbecher ist aus Kunststoff, der Deckel aus Aluminium und die Hülle aus Pappe. Wohin gehört er? In einer Sortieranlage fahren jeden Tag Tonnen von Müll auf einem Band vorbei. Wie trennt eine Maschine Eisen von Kunststoff und Kunststoff von Glas? Und warum lohnt sich der Aufwand?

Du lernst Wertstoffe kennen und vier Methoden, mit denen man Stoffe trennt. Du kannst sie selbst mit Modellmüll ausprobieren. Dann erfährst du, was Verbundstoffe und Problemmüll sind, was Recycling bringt und wie du Müll vermeidest.

Definition

Hausmüll, Wertstoff und Wertstofffraktion

Hausmüll ist alles, was ein Haushalt wegwirft. Vieles darin lässt sich wieder nutzen. Solche Stoffe heißen Wertstoffe, weil man aus ihnen Neues machen kann. Gleiche Wertstoffe bilden zusammen eine Wertstofffraktion, also eine Gruppe. Was sich nicht verwerten lässt, ist Restmüll.

FraktionBeispieleWohin (meist)
PapierZeitung, KartonPapiertonne
GlasFlaschen, MarmeladengläserGlascontainer
LeichtverpackungenKunststoffbecher, Folien, DosenGelber Sack oder gelbe Tonne
BioabfallObstreste, LaubBiotonne
RestmüllZahnbürste, StaubsaugerbeutelRestmülltonne

Die Regeln unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde.

Definition

Vier Trennmethoden

Jede Methode nutzt eine Eigenschaft der Stoffe:

  • Auslesen: Du suchst Teile von Hand heraus, zum Beispiel Papier oder große Stücke. In Anlagen erkennt das eine Kamera, und Luftdüsen pusten die Teile weg.
  • Magnettrennung: Ein Magnet zieht Eisen und Stahl heraus. Stahl ist Eisen mit etwas Kohlenstoff. Konservendosen bestehen aus verzinntem Stahlblech. Eine Getränkedose aus Aluminium haftet nicht. Auch Kunststoff, Glas und Holz bleiben liegen.
  • Schwimmtrennung: Du gibst die Teile in Wasser. Was bei gleicher Größe leichter ist als Wasser, schwimmt, zum Beispiel Holz, Kork und viele Kunststoffe. Was schwerer ist, sinkt, zum Beispiel Metalle und Glas. Nimm volle Stücke, denn Hohlkörper mit Luft schwimmen auch.
  • Leitfähigkeitsprüfung: Du hältst den Stoff in einen Stromkreis aus Batterie und Lampe, wie in der Lektion „Elektrischer Stromkreis und Elektromotor“. Leuchtet die Lampe, leitet der Stoff. Meist ist es dann ein Metall, auch Graphit (die Mine im Bleistift) leitet aber. Bleibt die Lampe dunkel, ist es kein Metall. So findest du Aluminium zwischen Kunststoff.
Beispiel

Modellmüll in Schritten trennen

Dein Modellmüll besteht aus Papierschnipseln, einem Eisennagel, einem dicken Aluminiumstück, einem Flaschendeckel aus Kunststoff, einem Korken und einer Glasmurmel. Du prüfst jedes Teil.

TeilMagnetIm WasserLampe
Eisennagelhaftetsinktleuchtet
Aluminiumstückhaftet nichtsinktleuchtet
Kunststoffdeckelhaftet nichtschwimmtdunkel
Korkenhaftet nichtschwimmtdunkel
Glasmurmelhaftet nichtsinktdunkel

In welcher Reihenfolge trennst du?
- Schritt 1, Auslesen: Du nimmst die Papierschnipsel von Hand heraus.
- Schritt 2, Magnet: Nur der Eisennagel haftet. Er ist raus.
- Schritt 3, Wasser: Deckel und Korken schwimmen, Aluminium und Murmel sinken.
- Schritt 4, Lampe: Bei den Teilen am Boden leuchtet sie nur beim Aluminium. Die Murmel bleibt als Glas übrig.
Deckel und Korken kannst du so nicht trennen, denn beide haften nicht, schwimmen und leiten nicht. Dafür liest du sie von Hand aus.

Definition

Verbundstoffe und Problemmüll

Ein Verbundstoff besteht aus mehreren fest verbundenen Stoffen. Der Getränkekarton hat Pappe, innen eine dünne Kunststoffschicht und oft eine Schicht Aluminium. Auch Chipstüten und Coffee-to-go-Becher sind Verbundstoffe. Man kann ihre Schichten nicht einfach trennen. Darum lassen sie sich schwer recyceln. Verpackungen aus nur einem Stoff sind besser.

Problemmüll enthält Stoffe, die Natur und Menschen schaden: Batterien, Akkus, Farben, Lacke, Energiesparlampen, Medikamente und Spraydosen mit Rest. Er gehört nicht in den Hausmüll. Gib ihn beim Schadstoffmobil, am Wertstoffhof oder im Laden ab, der Batterien zurücknimmt.

Häufige Fehler

Am Ende wird sowieso alles zusammengekippt

„Das Trennen bringt nichts, denn bei der Müllabfuhr kommt alles in einen Wagen.“

Richtig ist

Das stimmt nicht. Die Fraktionen werden getrennt abgeholt und in Anlagen weiter sortiert. Aus ihnen entstehen neue Rohstoffe. Landet Falsches in einer Tonne, kann das eine ganze Ladung verderben.

Häufige Fehler

Eine kleine Batterie im Restmüll ist harmlos

„Eine leere Knopfzelle ist so klein, die kann ich in den Restmüll werfen.“

Richtig ist

Auch kleine Batterien enthalten Schadstoffe. Sie gelangen mit dem Müll in die Umwelt. Akkus können sich sogar entzünden und Müllwagen in Brand setzen. Gib sie in die Sammelbox im Laden.

Definition

Recycling, Wiederverwendung und Vermeidung

Recycling heißt, einen Stoff nach dem Gebrauch aufzubereiten und wieder als Rohstoff zu nutzen. Altpapier wird zu neuem Papier, Altglas und Metalle werden eingeschmolzen, Kunststoffe werden zerkleinert, und aus Bioabfall wird Kompost. Das spart Rohstoffe wie Erdöl, Erz und Holz und oft Energie: Aluminium aus Altmetall braucht nur etwa 5 von 100 Teilen der Energie, die neues Aluminium braucht.

Die beste Lösung ist, Müll gar nicht entstehen zu lassen. Merke dir diese Reihenfolge:

StufeBedeutungBeispiel
1 VermeidenMüll gar nicht erzeugenBrotdose statt Folie, Stofftasche
2 Wiederverwendenweiter benutzen, ohne den Stoff zu verändernMehrwegflasche, reparieren
3 Recycelnden Stoff aufbereitenrichtig trennen
4 Entsorgenden Rest verbrennen oder lagernRestmüll

Als Verbraucher entscheidest du beim Einkaufen und beim Wegwerfen. Leere Verpackungen gibst du ganz leer ab, spülen musst du sie nicht.

Beispiel

Der Müll einer Familie

Eine Familie wiegt eine Woche lang ihren Müll: 20 Kilogramm. Davon sind 8 Kilogramm Bioabfall, 4 Kilogramm Papier, 3 Kilogramm Leichtverpackungen und 1 Kilogramm Glas. Der Rest ist Restmüll. Wie viel ist das, und welchen Teil macht er aus?

Wir rechnen in zwei Schritten:
- Wertstoffe zusammen: 8 + 4 + 3 + 1 = 16 Kilogramm.
- Restmüll: 20 − 16 = 4 Kilogramm.
4 von 20 Kilogramm sind ein Fünftel, denn 20 : 4 = 5. Vier Fünftel des Mülls lassen sich verwerten. Die Familie kann den Restmüll weiter verkleinern, wenn sie Müll vermeidet und noch genauer trennt.

Zusammenfassung

  • Wertstoffe aus dem Hausmüll bilden Fraktionen wie Papier, Glas, Leichtverpackungen und Bioabfall. Was sich nicht verwerten lässt, ist Restmüll.

  • Vier Trennmethoden: Auslesen von Hand, Magnettrennung für Eisen und Stahl, Schwimmtrennung nach leichter und schwerer als Wasser, Leitfähigkeitsprüfung, die meist auf Metalle hinweist.

  • Man trennt ein Gemisch in Schritten, jede Methode nutzt eine andere Eigenschaft.

  • Verbundstoffe wie der Getränkekarton bestehen aus fest verbundenen Schichten und sind schwer zu recyceln.

  • Problemmüll wie Batterien, Farben und Medikamente gehört nicht in den Hausmüll, sondern zur Sammelstelle.

  • Recycling spart Rohstoffe und Energie. Die Reihenfolge ist: vermeiden, wiederverwenden, recyceln, entsorgen.

Übungen

Aufgabe 1Multiple Choice

Eisennägel liegen zwischen Kunststoffteilen. Welche Methode holt die Nägel heraus?

Aufgabe 2Multiple Choice

Du hältst eine Probe in den Prüfkreis aus Batterie und Lampe. Die Lampe bleibt dunkel. Was weißt du über die Probe?

Aufgabe 3Multiple Choice

Warum ist ein Getränkekarton schwer zu recyceln?

Aufgabe 4Numerisch

Eine Familie hat in 4 Wochen 36 Kilogramm Müll: 14 Kilogramm Bioabfall, 8 Kilogramm Papier, 6 Kilogramm Leichtverpackungen und 2 Kilogramm Glas. Der Rest ist Restmüll. Wie viele Kilogramm Restmüll sind es?

Aufgabe 5Freitext

Dein Modellmüll besteht aus Eisennägeln, Korkstücken und Kieselsteinen. Beschreibe, wie du die drei Stoffe trennst.

Aufgabe 6Multiple Choice

Welche Maßnahme steht in der Reihenfolge ganz oben, wenn es um Müll geht?