Lektion 1.3

Computer, Dateien und Software bei der Projektarbeit

16 min Lesezeit

Vier Kinder bauen zusammen eine Brücke und schreiben dazu ein Protokoll mit Fotos und Messwerten. Jeder arbeitet zu Hause am eigenen Computer. Am Ende liegen Dateien namens „Neu1“, „Protokoll final“ und „Protokoll final echt“ herum, und niemand weiß, welche gilt. Zwei Internetseiten nennen verschiedene Zahlen. Wem glaubt man?

Du lernst, wie ein Computerarbeitsplatz aufgebaut ist, wie du Dateien ordentlich ablegst und mit einer Textverarbeitung ein Protokoll schreibst. Du lernst auch, wie du Informationen aus dem Internet prüfst und mit anderen gemeinsam arbeitest.

Was im Inneren eines Computers steckt, steht in der Lektion „Computer, Betriebssystem und Dateien“. Hier benutzt du den Computer als Werkzeug für Technik.

Definition

Der Computerarbeitsplatz

Zu einem Computerarbeitsplatz gehören mehrere Geräte. Der Rechner (Gehäuse oder Laptop) verarbeitet und speichert die Daten. Tastatur, Maus, Mikrofon und Kamera sind Eingabegeräte. Bildschirm, Lautsprecher und Drucker sind Ausgabegeräte.

Zu einem guten Arbeitsplatz gehört auch die richtige Haltung. Der Bildschirm steht etwa eine Armlänge entfernt, und seine obere Kante liegt nicht höher als deine Augen. Alle 20 Minuten schaust du kurz in die Ferne, damit sich die Augen erholen.

Definition

Aufbau, Hardware und Software in der Werkstatt

Alles, was du am Computer anfassen kannst, heißt Hardware. Die Programme heißen Software. Die Benutzeroberfläche ist der Teil der Software, über den du den Computer bedienst, zum Beispiel Fenster und Menüs. Der Aufbau ist in der Lektion „Computer, Betriebssystem und Dateien“ erklärt. Hier siehst du ihn als Werkstatt:

TeilAufgabeIn der Werkstatt
Prozessorführt Befehle aus und rechnetdie Handwerkerin
Arbeitsspeicherhält fest, womit gerade gearbeitet wird, und ist beim Ausschalten leerdie Werkbank
Speicherbewahrt Dateien dauerhaft aufdas Materiallager
SchnittstellenAnschlüsse für Geräte, zum Beispiel USBdie Steckdosen
Betriebssystemstartet Programme und verwaltet die Dateiendie Werkstattleiterin
Definition

Dateien und Ordner in einem Projekt

Bei einem Projekt entstehen viele Dateien. Was Datei, Ordner und Pfad sind, steht in der Lektion „Computer, Betriebssystem und Dateien“. Für ein Projekt helfen diese Regeln:

  • Lege einen Ordner für das Projekt an und darin Unterordner, zum Beispiel Fotos, Messwerte und Protokoll.
  • Gib Dateien Namen, die sagen, was darin steht, und zähle die Fassungen mit v1, v2, v3.
  • Kopiere wichtige Dateien auf einen zweiten Speicher, zum Beispiel einen USB-Stick. Das ist deine Sicherung, falls etwas kaputtgeht.

Die Endung verrät das Dateiformat:

EndungInhaltWofür im Projekt
.docxText aus einer TextverarbeitungProtokoll schreiben
.xlsxTabelle aus einer Tabellenkalkulation, einem Programm, das mit Zahlen in Zeilen und Spalten rechnetMesswerte sammeln und auswerten
.pdfDokument, das auf jedem Gerät gleich aussiehtfertiges Protokoll abgeben
.jpgFotoBauteile und Ergebnis zeigen
Beispiel

Dateien ordnen und benennen

Auf Bens Computer liegen IMG_0412.jpg (Foto der fertigen Brücke), Neu1.docx (das Protokoll) und tabelle.xlsx (Messwerte vom Tragtest). Ordne sie in einen Ordnerbaum mit der Wurzel Technik und gib ihnen bessere Namen.

Alter NameNeuer NamePfad
IMG_0412.jpgBruecke_fertig.jpgTechnik/Bruecke/Fotos/Bruecke_fertig.jpg
Neu1.docxProtokoll_Bruecke_v1.docxTechnik/Bruecke/Protokoll/Protokoll_Bruecke_v1.docx
tabelle.xlsxTragtest_Bruecke.xlsxTechnik/Bruecke/Messwerte/Tragtest_Bruecke.xlsx

Alle drei Dateien liegen im Ordner Bruecke, und der liegt in der Wurzel Technik. Jede Datei hat einen eigenen Unterordner. Die neuen Namen sagen, was drinsteht, und das Protokoll trägt die Fassung v1. Jeder Pfad führt über drei Ordner zur Datei.

In Dateinamen lässt man Leerzeichen und Umlaute oft weg, weil manche Programme damit Probleme haben. Darum steht dort Bruecke.

Definition

Textverarbeitung

Mit einer Textverarbeitung schreibst du Texte und gestaltest sie. Für ein Technik-Protokoll brauchst du:

  • Text eingeben. Die Rechtschreibprüfung unterstreicht verdächtige Wörter rot.
  • Überschriften festlegen. Wie Formatvorlagen dabei helfen, steht in der Lektion „Dokumente aus Bausteinen: Objekte und Formatvorlagen“.
  • Eine Tabelle für die Messwerte einfügen, mit der Einheit in der Kopfzeile.
  • Fotos und Skizzen einfügen.
  • Speichern, drucken oder als PDF speichern.

Tastenkürzel sparen Zeit. „Strg+S“ bedeutet: Halte die Taste Strg gedrückt und tippe S. Auf dem Mac nimmst du die Befehlstaste statt Strg. Strg+S speichert, Strg+C kopiert, Strg+V fügt ein und Strg+Z nimmt die letzte Änderung zurück.

Definition

Online recherchieren und Quellen prüfen

Beim Recherchieren suchst du Informationen zu einer Frage, zum Beispiel im Internet. Dort steht aber auch viel Falsches, Veraltetes und Werbung. Prüfe jede Quelle, also den Ort, von dem die Information stammt, mit vier Fragen:

  • Wer hat es geschrieben? Gibt es einen Namen oder eine Organisation, zum Beispiel ein Museum oder eine Behörde?
  • Wann ist es entstanden? Ist es noch aktuell?
  • Wird etwas belegt? Nennt der Text, woher die Zahlen stammen?
  • Was will die Seite? Informieren oder verkaufen?

Vergleiche außerdem mindestens zwei Quellen. Auch die Antwort eines Chatprogramms mit künstlicher Intelligenz kann falsch sein. Behandle sie wie jede andere Quelle. Notiere für dein Protokoll die Internetadresse und das Datum, an dem du die Seite gelesen hast.

Beispiel

Zwei Quellen vergleichen

Du suchst, aus welchen Stoffen man Brücken baut. Seite A ist ein Artikel eines Technikmuseums, von einer genannten Autorin im März 2025 geschrieben, mit Quellenliste. Seite B ist ein Blog ohne Namen und Datum mit dem Banner „Jetzt Bausatz kaufen!“. Welche Seite ist verlässlicher?

FrageSeite ASeite B
Wer?Museum, Autorin genanntniemand genannt
Wann?März 2025kein Datum
Belegt?Quellenlistekeine Belege
Was will die Seite?informierenverkaufen

Seite A besteht alle vier Fragen, Seite B keine. Du nutzt Seite A und prüfst die wichtigsten Angaben in einer zweiten Quelle, zum Beispiel einem Schulbuch. Von Seite B übernimmst du nichts, was du nicht anderswo bestätigt findest.

Definition

Elektronische Kommunikation und gemeinsames Arbeiten

Im Projekt arbeitet ihr zusammen, auch wenn ihr nicht am selben Ort seid. Dafür gibt es zwei Wege:

  • E-Mail: eine elektronische Nachricht an eine Adresse. Sie hat einen Empfänger, einen Betreff (kurze Überschrift), den Text und manchmal einen Anhang, also eine mitgeschickte Datei.
  • Gemeinsames Dokument: Die Datei liegt an einem gemeinsamen Ort, zum Beispiel auf der Lernplattform der Schule, und mehrere Personen bearbeiten sie. Es gibt nur eine aktuelle Fassung.

Dazu gelten Regeln. Schreibe höflich und nenne im Betreff, worum es geht. Öffne keine Anhänge von Fremden. Gib Passwörter und private Daten wie Adresse oder Telefonnummer nie weiter. Verteile die Aufgaben und schreibe auf, wer was bis wann macht. Bearbeitet nicht gleichzeitig denselben Absatz.

Häufige Fehler

Jeder schickt seine Fassung

„Jeder schickt seine Version per E-Mail. Am Ende haben wir Protokoll_final, Protokoll_final2 und Protokoll_final_echt.“

Richtig ist

Dann weiß niemand, welche Datei gilt. Lege eine Datei an einen gemeinsamen Ort oder zähle die Fassungen mit v1, v2, v3 und bestimme eine Person, die sie zusammenführt.

Häufige Fehler

Was oben steht, stimmt

„Die Suchmaschine zeigt diese Seite als Erstes. Also ist sie richtig.“

Richtig ist

Die Reihenfolge der Treffer sagt nicht, ob eine Seite stimmt. Manche Treffer oben sind Werbung. Prüfe jede Quelle mit den vier Fragen.

Zusammenfassung

  • Zum Computerarbeitsplatz gehören Rechner, Eingabegeräte und Ausgabegeräte. Gute Haltung und Pausen schonen Rücken und Augen.

  • Hardware ist alles zum Anfassen, Software sind die Programme. Das Betriebssystem startet Programme und verwaltet Dateien.

  • Der Arbeitsspeicher ist die Werkbank und beim Ausschalten leer, der Speicher ist das Lager.

  • Dateien gehören in Ordner und haben sprechende Namen mit Fassung. Eine Sicherung liegt auf einem zweiten Speicher.

  • Die Endung zeigt das Dateiformat: .docx, .xlsx, .pdf und .jpg.

  • Quellen prüfst du mit vier Fragen: Wer, wann, Belege, Absicht. Vergleiche mindestens zwei Quellen.

  • Für gemeinsames Arbeiten gibt es E-Mail und gemeinsame Dokumente. Dafür gelten Regeln.

Übungen

Aufgabe 1Multiple Choice

Welcher Dateiname passt am besten zum Protokoll eures Brückenprojekts?

Aufgabe 2Multiple Choice

Du hast aus Versehen einen Absatz gelöscht. Welches Tastenkürzel nimmt das zurück?

Aufgabe 3Multiple Choice

Welche Quelle ist für eine Recherche über Brückenbau am verlässlichsten?

Aufgabe 4Numerisch

Der Pfad einer Datei lautet Technik/Bruecke/Fotos/Test2/Bild1.jpg. Wie viele Ordner liegen auf dem Weg zur Datei?

Aufgabe 5Freitext

Eine Internetseite behauptet, ein Fahrradhelm sei unnötig. Sie nennt weder Autor noch Datum und hat ein Banner „Jetzt Mütze kaufen!“. Wie prüfst du, ob du ihr glauben kannst?

Aufgabe 6Freitext

Deine Gruppe schickt sich Fassungen des Protokolls per E-Mail, und es gibt Durcheinander. Nenne zwei Regeln, die das ändern.