Datenschutz, Datensicherheit und Recht im Netz
Du suchst abends nach Turnschuhen. Am nächsten Tag zeigen dir fremde Seiten und Apps Werbung für genau diese Schuhe. Dein Handy weiß, wo du wohnst, wann du in der Schule bist und welche Videos du abends schaust. Und dein Passwort fürs Spielekonto ist der Name deines Hundes mit einer 1 dahinter.
Du hinterlässt im Netz Spuren, kannst angegriffen werden und kannst anderen schaden. Du lernst, wie du deine Daten schützt, woran du Betrug erkennst und welche Regeln im Netz gelten.
Personenbezogene Daten
Personenbezogene Daten sind Angaben, die zu einer bestimmten Person gehören oder mit denen man sie erkennen kann: Name, Adresse, Telefonnummer, Foto, Geburtstag. Auch Spuren deiner Nutzung gehören dazu:
- Ein Ortungsdienst (zum Beispiel GPS im Handy) speichert, wo du bist. Viele Standorte hintereinander zeigen deinen Schulweg und wo du wohnst.
- Dein Surfverhalten zeigt, welche Seiten du besuchst und wonach du suchst.
- Beim Streaming wird gespeichert, welche Filme und Lieder du hörst, wann und wie lange.
Einzeln wirken viele Angaben harmlos. Zusammengefügt ergeben sie ein genaues Bild von dir. Darum gilt: Gib so wenig Daten wie nötig preis.
Cookies, Tracking und digitaler Fußabdruck
Ein Cookie ist eine kleine Datei, die eine Webseite in deinem Browser ablegt. Manche sind nützlich, zum Beispiel merkt sich ein Warenkorb darin, was du ausgewählt hast. Andere dienen dem Tracking: Werbefirmen erkennen dich auf vielen Seiten wieder und sammeln, was du dir ansiehst, um dir passende Werbung zu zeigen. Auch Apps verfolgen, was du tust.
Alles, was du im Netz tust, hinterlässt Spuren: Beiträge, Likes, Suchen, hochgeladene Fotos und Fotos, auf denen andere dich markiert haben. Zusammen sind sie dein digitaler Fußabdruck. Er lässt sich schwer löschen, denn andere können Inhalte kopieren, bevor du sie entfernst. Du hältst ihn klein: Lehne unnötige Cookies ab, lösche sie regelmäßig, schalte den Ortungsdienst nur für Apps an, die ihn brauchen, und überlege vor jedem Beitrag, ob er auch in einigen Jahren noch in Ordnung ist.
Sichere Passwörter
Ein Passwort schützt dein Konto. Ein gutes Passwort ist lang (mindestens etwa 12 Zeichen) und mischt Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. Es besteht nicht aus Namen, Geburtstagen oder Reihen wie „123456“. Du nimmst für jedes Konto ein anderes, sonst öffnet ein erratenes Passwort alle Türen. Du gibst es niemandem weiter. Merken kannst du dir einen langen Satz: Nimm die Anfangsbuchstaben der Wörter, dazu Ziffern und ein Satzzeichen.
Wie viele Passwörter gibt es?
Wie viele Passwörter gibt es?
Eine PIN besteht nur aus Ziffern. Wie viele verschiedene PINs gibt es mit 4 Stellen und wie viele mit 6 Stellen? Wie viele Passwörter mit 4 Stellen gibt es, wenn jede Stelle ein Kleinbuchstabe (26 Möglichkeiten) oder eine Ziffer (10 Möglichkeiten) sein darf?
Jede Stelle einer PIN hat 10 Möglichkeiten. Für 4 Stellen: 10 · 10 · 10 · 10 = 10 000 PINs. Für 6 Stellen: 10 · 10 · 10 · 10 · 10 · 10 = 1 000 000 PINs. Das ist 100-mal so viel, denn jede zusätzliche Stelle macht die Zahl zehnmal so groß.
Mit Kleinbuchstaben und Ziffern hat jede Stelle 26 + 10 = 36 Möglichkeiten: 36 · 36 · 36 · 36 = 1 679 616. Je mehr Zeichen erlaubt sind und je länger das Passwort ist, desto mehr Möglichkeiten muss ein Angreifer durchprobieren.
Endgeräte schützen, Viren und Phishing
Handy und Laptop heißen Endgeräte. So schützt du sie: Installiere Updates, denn sie schließen Sicherheitslücken. Sperre den Bildschirm mit PIN oder Fingerabdruck. Lade Apps nur aus dem offiziellen App-Store und prüfe, welche Berechtigungen sie verlangen. Nutze einen Virenschutz, wo es ihn für dein Gerät gibt.
Ein Schadprogramm soll Schaden anrichten. Ein Virus ist ein Schadprogramm, das sich verbreitet, indem es sich an andere Dateien oder Programme hängt. Andere Schadprogramme spionieren Passwörter aus oder sperren Dateien und fordern Geld. Sie kommen oft über E-Mail-Anhänge, Links und Programme aus unsicheren Quellen.
Bei Phishing (nach dem englischen „fishing“, angeln) wollen Betrüger dein Passwort oder deine Daten haben. Sie schicken eine gefälschte Nachricht, die aussieht, als käme sie von einer Bank, einem Paketdienst oder einem Spiel. Der Link führt zu einer gefälschten Seite, die wie die echte aussieht. Wenn du dort deine Daten eingibst, haben die Betrüger sie.
Phishing erkennen
Phishing erkennen
Du bekommst diese Nachricht: „Sehr geehrter Kunde, Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt! Bestätigen Sie sofort Ihre Daten unter http://meine-bank-sicher.example.net/login.“ Woran erkennst du einen Betrugsversuch? Was tust du?
Hinweise auf Betrug: Die Nachricht setzt dich unter Zeitdruck („in 24 Stunden“, „sofort“). Die Anrede ist unpersönlich, dein Name steht nicht darin. Du sollst über einen Link Daten eingeben. Die Adresse im Link gehört nicht zu deiner Bank, sondern zu einem fremden Namen.
Du klickst nicht auf den Link und gibst nichts ein. Willst du sicher sein, tippst du die Adresse deiner Bank selbst in den Browser oder fragst dort nach. Du zeigst die Nachricht deinen Eltern oder deiner Lehrkraft.
Persönlichkeitsrecht, Recht am eigenen Bild und Urheberrecht
Im Netz gelten ähnliche Regeln wie draußen. Jeder Mensch hat ein Persönlichkeitsrecht: Seine Würde und sein Privatleben werden geschützt. Du darfst niemanden beleidigen, bloßstellen oder private Dinge über ihn verbreiten.
Dazu gehört das Recht am eigenen Bild: Jeder bestimmt mit, ob Fotos und Videos von ihm veröffentlicht werden. Willst du ein Bild mit Personen veröffentlichen, frage sie vorher. Bei Kindern und Jugendlichen sind meist auch die Eltern zu fragen. Es gibt Ausnahmen. Im Zweifel gilt: erst fragen, dann posten.
Das Urheberrecht schützt Werke wie Fotos, Texte, Musik und Videos. Der Urheber ist der Mensch, der das Werk geschaffen hat, und er entscheidet, wer es nutzen darf. Ein Bild, das im Netz zu sehen ist, ist deshalb nicht frei verwendbar. Du darfst es in der Regel nur nutzen, wenn der Urheber es erlaubt oder eine Lizenz es erlaubt. Eine Lizenz sagt genau, was erlaubt ist. Eine Quellenangabe allein ersetzt die Erlaubnis nicht.
Das Gruppenfoto
Das Gruppenfoto
Mia hat beim Schulfest ein Foto von sechs Mitschülern gemacht und möchte es in ihrem öffentlichen Profil posten. Eine Mitschülerin findet das Foto peinlich. Darf Mia es posten?
Mia braucht die Erlaubnis aller Abgebildeten, bei Minderjährigen meist auch die der Eltern. Die Mitschülerin ist nicht einverstanden. Mia darf das Foto so nicht veröffentlichen. Dass Mia das Foto gemacht hat und das Urheberrecht daran hat, ändert nichts, denn das Recht am eigenen Bild haben die Abgebildeten. Mia kann ein Foto ohne diese Mitschülerin wählen und die anderen fragen.
Cybermobbing und Netiquette
Cybermobbing heißt: Jemand wird im Netz absichtlich und über längere Zeit beleidigt, bloßgestellt, bedroht oder ausgegrenzt, zum Beispiel im Klassenchat oder in sozialen Netzwerken. Es ist besonders belastend, weil es rund um die Uhr geschehen kann und Inhalte sich schnell verbreiten und kaum zu löschen sind. Wenn du betroffen bist oder es siehst: Antworte nicht im Streit. Sichere Beweise mit Screenshots. Blockiere die Person und melde sie beim Anbieter. Sprich mit einer Vertrauensperson, zum Beispiel mit deinen Eltern, einer Lehrkraft oder einer Beratungsstelle wie der Nummer gegen Kummer. Mitmachen und Weiterleiten verstärken das Mobbing.
Die Netiquette sind Regeln für höfliches Verhalten im Netz: Schreibe nur, was du auch ins Gesicht sagen würdest. Beleidige niemanden und leite nichts Privates von anderen weiter. Schreibe nicht in Großbuchstaben, das wirkt wie Schreien. Ironie ohne Tonfall wird leicht missverstanden. Lies deine Nachricht vor dem Absenden noch einmal.
Datensicherung und Zugriffsrechte
Daten können durch Defekte, Diebstahl, Schadprogramme oder Bedienfehler verloren gehen. Eine Datensicherung (Backup) ist eine Kopie wichtiger Daten an einem anderen Ort, zum Beispiel auf einer externen Festplatte oder in der Cloud. Die Kopie muss getrennt vom Original liegen, sonst nützt sie bei Diebstahl oder Brand nichts. Mache sie regelmäßig und prüfe ab und zu, ob sie sich öffnen lässt.
Zugriffsrechte legen fest, wer welche Daten lesen, ändern oder löschen darf. In einem Schulnetz könnte das so aussehen (ausgedachtes Beispiel):
| Ordner | Schüler | Lehrkraft |
|---|---|---|
| Arbeitsblätter | nur lesen | lesen und ändern |
| eigener Schülerordner | lesen und ändern | nur lesen |
| Notenliste | kein Zugriff | lesen und ändern |
Jede Person bekommt nur so viele Rechte, wie sie braucht.
Das private Fenster macht unsichtbar
Das private Fenster macht unsichtbar
„Wenn ich ein privates Fenster im Browser nutze, sieht niemand, was ich tue.“
Ein privates Fenster speichert auf deinem Gerät keinen Verlauf. Die besuchte Webseite, dein Internetanbieter und das Schulnetz können deine Besuche trotzdem sehen.
Zusammenfassung
Personenbezogene Daten gehören zu einer Person. Standort, Surfverhalten und Streaming-Verlauf verraten viel über dich.
Cookies können nützlich sein oder dem Tracking dienen. Deine Spuren im Netz bilden den digitalen Fußabdruck, den man schwer löschen kann.
Ein sicheres Passwort ist lang, gemischt, nicht erratbar und gilt nur für ein Konto.
Updates, Bildschirmsperre und vorsichtiger Umgang mit Apps schützen Endgeräte. Bei Phishing helfen Misstrauen bei Zeitdruck und der Verzicht auf Links.
Das Persönlichkeitsrecht schützt die Würde und das Privatleben. Fotos von Personen veröffentlichst du nur mit Erlaubnis, und fremde Werke nutzt du nur mit Erlaubnis oder Lizenz.
Bei Cybermobbing hilft: nicht antworten, Beweise sichern, melden und mit einer Vertrauensperson sprechen. Die Netiquette sagt, wie man höflich schreibt.
Eine Datensicherung liegt getrennt vom Original. Zugriffsrechte legen fest, wer lesen, ändern oder löschen darf.
Übungen
Welche Angabe ist ein personenbezogenes Datum?
Ein Passwort besteht aus 3 Kleinbuchstaben, jede Stelle hat 26 Möglichkeiten. Wie viele verschiedene Passwörter gibt es? Schreibe die Zahl ohne Punkt.
Du sollst eine Nachricht prüfen. Bei welcher solltest du am ehesten an Phishing denken?
Auf deinem Handy sind 800 Fotos mit je 5 MB. Wie viele GB braucht eine Sicherung mindestens?
Ein Mitschüler stellt ein peinliches Video von dir in den Klassenchat. Nenne drei Dinge, die du tun kannst.