Matrizen und Übergangsprozesse
Nach dieser Lektion kannst du
eine Matrix als rechteckiges Zahlenschema und als Abbildung lesen,
Matrizen multiplizieren und die Reihenfolge als Hintereinanderausführung deuten,
einen Übergangsprozess als schreiben, wobei spaltenweise die Anteile enthält,
stochastische Matrizen erkennen: nichtnegative Einträge, Spaltensumme .
Jedes Jahr bleiben der Bewohner in Stadt A, ziehen nach B. Von B bleiben , gehen nach A. Aus den zwei Zahlen „jetzt in A, jetzt in B“ werden zwei neue Zahlen. Das ist keine einzelne Multiplikation, sondern vier: Jeder der zwei Bestände speist beide Ziele.
Diese vier Anteile schreibt man in ein Rechteck, eine Matrix. Der Zustand ist ein Vektor. Ein Jahr später: Matrix mal Vektor. Nach zwei Jahren: dieselbe Matrix noch einmal. Die Reihenfolge ist ernst: Erst , dann ist nicht dasselbe wie erst , dann .
Die Matrix macht aus welchen Vektor?
Probier es aus
Matrix und Produkt
Eine -Matrix hat Zeilen und Spalten. Sie beschreibt eine lineare Abbildung : .
Das Produkt ist definiert, wenn die Spaltenzahl von zur Zeilenzahl von passt. Die Spalten von sind mal die Spalten von . Im Allgemeinen .
Ein Übergangsprozess (hier: zwei Zustände): Ist der Bestandsvektor im Jahr und die Matrix der Anteile,
.
heißt stochastisch (spaltenstochastisch), wenn alle Einträge sind und jede Spalte zu summiert. Dann bleibt die Gesamtsumme der Bestände erhalten.
Ein Jahr Stadt A / Stadt B
Ein Jahr Stadt A / Stadt B
behält , gibt an B. behält , gibt an A. Start (in Tausend).
Spalten: erste Spalte = Bild von „alles in A“, also . Zweite Spalte = Bild von „alles in B“, .
Reihenfolge
Reihenfolge
, . Dann , aber .
Hintereinander: zuerst kippt die -Achse auf die -Achse, kippt die -Achse auf die -Achse — je nach Reihenfolge überlebt eine andere Achse.
Welche Matrix ist spaltenstochastisch?
Zeilen und Spalten tauschen
Zeilen und Spalten tauschen
Wer die Anteile „von A nach B“ in die Zeile statt in die Spalte schreibt, bekommt als Zeilenvektor-Logik und die falschen Zahlen. In der Schule üblich: Spalten = wohin ein Bestand geht.
Zweiter Schnitzer: als komponentenweises Produkt rechnen. Matrixprodukt ist Zeile mal Spalte, nicht .
Erste Spalte = Bild von . Probe an einem Einheitsvektor.
Zusammenfassung
ist die Linearkombination der Spalten von mit den Koeffizienten aus .
Produkt : erst , dann . Im Allgemeinen nicht kommutativ.
Übergangsmatrix: Spalten sind die Bilder der reinen Zustände. Stochastisch: Einträge , Spaltensumme .
Gesamtbestand bleibt bei stochastischem erhalten.
Übungen
ist
Bei und : Wie groß ist die erste Komponente von ?
Wann gilt für alle derselben Größe?
Warum muss bei einem Bevölkerungsübergang jede Spalte zu summieren, wenn niemand verschwindet oder dazukommt?