Funktionsbegriff
In deiner Klasse hat jedes Kind genau einen Geburtstag. Ordnest du jedem Kind seinen Geburtstag zu, gehört zu jedem Kind genau ein Datum. Drehst du die Zuordnung um und fragst „Welches Kind hat am 12. März Geburtstag?“, wird es unklar. Vielleicht haben an diesem Tag zwei Kinder Geburtstag, vielleicht keines.
Zuordnungen kennst du aus Klasse 5-6: Anzahl der Hefte → Preis, Zeit → Strecke. Manche sind eindeutig wie Kind → Geburtstag, andere sind es nicht. Eindeutige Zuordnungen sind in der Mathematik besonders wichtig, denn mit ihnen kannst du rechnen und Graphen zeichnen. Man nennt sie Funktionen.
In dieser Lektion lernst du, was eine Funktion ausmacht, wie du sie kurz aufschreibst und wie du zwischen Tabelle, Gleichung und Graph wechselst.
Funktion
Eine Funktion ist eine Zuordnung, bei der jedem erlaubten Wert genau ein Wert zugeordnet wird. Das nennt man eindeutig. Der Wert heißt Funktionswert.
Die Zuordnung Seitenlänge eines Quadrats → Umfang ist eine Funktion. Zur Seitenlänge 3 cm gehört nur der Umfang 12 cm. Die Zuordnung „Zahl → Zahl, deren Quadrat die erste Zahl ist“ ist dagegen keine Funktion. Zur 9 passen 3 und , denn und . Zu einem gehören hier zwei verschiedene .
Umgekehrt ist es erlaubt, dass zu zwei verschiedenen derselbe Wert gehört. Nur ein mit zwei verschiedenen ist verboten.
Funktionsterm und die Schreibweise f(x)
Meist gibt es eine Rechenvorschrift. Beim Umfang eines Quadrats mit der Seitenlänge ist es . Eine Funktion bekommt einen Namen, oft , danach und . Statt schreibst du und sprichst „f von x“. Der Term heißt Funktionsterm, die Gleichung heißt Funktionsgleichung.
Die Klammer bedeutet hier nicht „mal“. heißt: der Funktionswert von an der Stelle . Für die Stelle 3 schreibst du , setzt 3 für ein und rechnest aus. Das Wertepaar ist .
Funktionswerte berechnen und eine Stelle suchen
Funktionswerte berechnen und eine Stelle suchen
Gegeben ist . a) Berechne , und . b) Für welche Stelle ist ?
In a) setzt du die Zahl für ein und rechnest aus, mit Punkt vor Strich. Bei setzt du Klammern, damit das Vorzeichen nicht verloren geht. In b) ist der Funktionswert bekannt und die Stelle gesucht. Du setzt und löst die Gleichung wie in der Lektion zu linearen Gleichungen. Probe: .
Definitionsmenge und Wertemenge
Nicht jede Zahl ist als erlaubt. Die Menge aller erlaubten Werte für heißt Definitionsmenge . Die Menge aller Funktionswerte, die tatsächlich herauskommen, heißt Wertemenge .
Die Definitionsmenge kann von der Sache abhängen. Eine Eintrittskarte kostet 4 Euro, du kaufst höchstens 5 Karten. Dann ist mit und .
Sie kann auch von der Rechnung abhängen. Durch 0 darf man nicht teilen. Bei ist verboten. Die Definitionsmenge ist , gelesen „Q ohne 0“. Steht nichts dabei, nimmst du alle rationalen Zahlen, für die sich der Term ausrechnen lässt.
Definitionsmenge und Wertemenge bestimmen
Definitionsmenge und Wertemenge bestimmen
a) mit . Bestimme . b) . Welche Zahl ist nicht erlaubt?
In a) rechnest du alle fünf Funktionswerte aus. Die Zahlen 4 und 1 kommen je zweimal vor. Das ist erlaubt, denn jedes hat trotzdem nur einen Funktionswert. In der Wertemenge steht jede Zahl nur einmal. In b) steht im Nenner. Es wird 0, wenn ist. Für gäbe es keinen Funktionswert, alle anderen Zahlen sind erlaubt.
Graph einer Funktion
Der Graph einer Funktion besteht aus allen Punkten . Du zeichnest ihn so: Rechne eine Wertetabelle aus, trage die Punkte in ein Koordinatensystem ein und verbinde sie, wenn Zwischenwerte sinnvoll sind.
Ein Punkt liegt auf dem Graphen, wenn sein -Wert gleich dem Funktionswert an seiner -Stelle ist. Das prüfst du mit der Punktprobe: Setze die -Koordinate in den Term ein und vergleiche mit der -Koordinate.
Weil zu jedem nur ein Wert gehört, liegt über jeder Stelle höchstens ein Punkt des Graphen. Eine Kreislinie ist deshalb kein Funktionsgraph: Über den meisten Stellen liegen zwei Punkte.
Wertetabelle, Graph und Punktprobe
Wertetabelle, Graph und Punktprobe
Stelle für eine Wertetabelle für von bis auf. Liegen und auf dem Graphen?
| 7 | 2 | 2 | 7 |
Du setzt jede Zahl für ein, zum Beispiel . Die Punkte liegen auf einer gebogenen Kurve. Links und rechts von der -Achse sieht sie gleich aus, denn und haben denselben Wert. Bei passt der Funktionswert. Bei ist , aber die -Koordinate ist 1. Also liegt nicht auf dem Graphen.
Darstellungen einer Funktion und der Wechsel
Eine Funktion kannst du auf vier Arten zeigen: als Wortvorschrift, als Wertetabelle, als Funktionsgleichung und als Graph. Du wechselst so:
- Wort → Gleichung: Übersetze jeden Satzteil in einen Rechenschritt.
- Gleichung → Tabelle: Setze Werte für ein.
- Tabelle → Graph: Trage die Wertepaare als Punkte ein.
- Tabelle → Gleichung: Suche das Muster. Wie ändert sich , wenn um 1 wächst?
- Graph → Tabelle: Lies die Koordinaten von Punkten ab.
Von Worten zur Gleichung und von der Tabelle zum Term
Von Worten zur Gleichung und von der Tabelle zum Term
a) Ein Verleih nimmt 4 Euro Grundgebühr und 3 Euro je Stunde. Gib die Funktionsgleichung an und rechne die Preise für 0 bis 4 Stunden aus. b) Die Funktion hat die Wertepaare , , und . Finde den Term.
a) Der Preis besteht aus der Grundgebühr und 3 Euro je Stunde. Die Preise für 0, 1, 2, 3 und 4 Stunden sind 4, 7, 10, 13 und 16 Euro. b) Bei ist . Mit jedem Schritt von um 1 sinkt um 2. Also ist . Probe: .
Zwei gleiche Funktionswerte sind verboten
Zwei gleiche Funktionswerte sind verboten
Jemand sagt: „ ist keine Funktion, denn und haben denselben Wert.“
Verboten ist nur, dass zu einem zwei verschiedene gehören. Hier gehört zu nur die 4 und zu nur die 4. Jedes hat genau einen Wert, also ist es eine Funktion.
f(3) als Produkt lesen
f(3) als Produkt lesen
Jemand liest als „ mal 3“ und rechnet bei mit .
ist ein Name und keine Zahl. bedeutet: Setze 3 für ein. Richtig ist .
Nicht erlaubte Stelle einsetzen
Nicht erlaubte Stelle einsetzen
Jemand rechnet bei den Wert .
Durch 0 kann man nicht teilen, auch nicht mit dem Ergebnis 0. Die Stelle 2 gehört nicht zur Definitionsmenge. Es gibt also keinen Wert .
Zusammenfassung
Eine Funktion ordnet jedem erlaubten genau ein zu. Zwei verschiedene dürfen denselben Funktionswert haben, ein aber nicht zwei verschiedene.
Du schreibst („f von x“) für den Funktionswert an der Stelle . Der Term heißt Funktionsterm, die Gleichung Funktionsgleichung.
Die Definitionsmenge enthält alle erlaubten , die Wertemenge alle Funktionswerte, die vorkommen. Durch 0 darf man nicht teilen.
Der Graph besteht aus allen Punkten . Mit der Punktprobe prüfst du, ob ein Punkt auf dem Graphen liegt.
Über jeder Stelle liegt höchstens ein Punkt des Graphen. Eine Kreislinie ist kein Funktionsgraph.
Wortvorschrift, Wertetabelle, Funktionsgleichung und Graph zeigen dieselbe Funktion. Du kannst von jeder zur anderen wechseln.
Übungen
Gegeben ist . Berechne .
Welche Zuordnung ist eine Funktion?
Für gilt . Wie groß ist ?
Die Funktion hat die Definitionsmenge . Wie viele verschiedene Funktionswerte kommen vor?
Welcher Punkt liegt auf dem Graphen von ?
Ein Fahrradverleih nimmt 5 Euro Grundgebühr und 2 Euro je Stunde. Gib die Funktionsgleichung an, nenne eine sinnvolle Definitionsmenge und berechne den Preis für 6 Stunden.