Exponentialgleichungen
Ein Kapital von 2000 Euro wird mit 3 Prozent pro Jahr verzinst. Nach wie vielen Jahren sind es 3000 Euro? Mit der Zinseszinsformel lautet die Frage: Für welches gilt ? Die Unbekannte steht im Exponenten.
Dieselbe Art von Frage stellst du bei Zerfall und Wachstum: Wann ist nur noch die Hälfte einer Substanz da? Wann ist eine Bakterienzahl auf das Zehnfache gestiegen? In dieser Lektion lernst du drei Wege, solche Gleichungen zu lösen: Probieren, den Graphen ablesen und Logarithmieren.
Exponentialgleichung
Eine Exponentialgleichung ist eine Gleichung, in der die Unbekannte im Exponenten steht, zum Beispiel oder . Die Basis ist positiv und nicht 1. Weil nur positive Werte annimmt, hat für keine Lösung. Für gibt es genau eine Lösung, den Logarithmus .
Es gibt drei Wege:
- Systematisches Probieren: Du setzt Werte ein und grenzt die Lösung ein, bis sie genau genug ist. Das geht immer, ist aber mühsam.
- Grafisch: Du zeichnest den Graphen von und die waagerechte Gerade . Die -Koordinate des Schnittpunkts ist die Lösung. Das Ablesen ist ungenau.
- Logarithmieren: Du stellst die Potenz frei, sodass dasteht. Dann ist . Das Ergebnis liefert der Basiswechsel.
Probieren und Logarithmieren
Probieren und Logarithmieren
Löse durch Probieren und durch Logarithmieren.
Beim Probieren legst du erst die ganzen Zahlen fest, dann die Zehntel und so weiter. Jede Stelle kostet neue Versuche. Beim Logarithmieren ist das Ergebnis sofort genau. Probe: .
Gleichungen umformen und lösen
Gleichungen umformen und lösen
Löse a) , b) , c) .
Zuerst stellst du die Potenz frei: Summanden auf die andere Seite bringen, dann durch den Faktor vor der Potenz teilen. Erst danach logarithmierst du. In a) ist 27 eine Potenz von 3, hier genügt Probieren. In b) brauchst du den Logarithmus. In c) ist die rechte Seite kleiner als 1, also ist die Lösung negativ. Das passt: und , die Lösung liegt zwischen und 0.
Anwendungen
Anwendungen
a) 2000 Euro werden mit 3 Prozent pro Jahr verzinst, die Zinsen werden am Jahresende gutgeschrieben. Nach wie vielen Jahren sind es mindestens 3000 Euro?
b) Eine Substanz nimmt angenommen jede Stunde um 10 Prozent ab. Nach welcher Zeit ist nur noch die Hälfte übrig?
In a) teilst du durch 2000 und logarithmierst. Weil die Zinsen erst am Jahresende gutgeschrieben werden, zählen nur ganze Jahre: Nach 13 Jahren sind es etwa 2937,07 Euro, nach 14 Jahren etwa 3025,18 Euro. Es dauert also 14 Jahre. In b) kürzt sich der Startwert . Beide Logarithmen sind negativ, der Quotient ist positiv. Die Halbwertszeit beträgt etwa 6,6 Stunden.
Durch die Basis teilen
Durch die Basis teilen
Jemand löst so: „.“
Die Unbekannte steht im Exponenten, du kannst nicht durch die Basis teilen. Die Probe zeigt den Fehler: , nicht 20. Richtig ist .
Zu früh logarithmieren
Zu früh logarithmieren
Jemand löst so: „, also .“
Den Logarithmus einer Summe kannst du nicht aufteilen: ist nicht gleich . Stelle zuerst die Potenz frei: , also . Erst danach logarithmierst du, falls nötig.
Zusammenfassung
In einer Exponentialgleichung steht die Unbekannte im Exponenten. Die Gleichung hat für genau eine Lösung und für keine.
Lösungswege sind systematisches Probieren (die Lösung eingrenzen), grafisches Lösen (Schnittpunkt ablesen) und Logarithmieren.
Beim Logarithmieren stellst du erst die Potenz frei, dann ist .
Den Logarithmus bildest du nie von einzelnen Summanden. Subtrahiere und teile zuerst.
Anwendungen: Zeit bis zu einem Kapitalziel, Verdopplungszeit und Halbwertszeit .
Übungen
Löse .
Löse mit dem Taschenrechner. Runde auf zwei Stellen nach dem Komma.
Wie viele Lösungen hat die Gleichung ?
1000 Euro werden mit 5 Prozent pro Jahr verzinst, die Zinsen werden am Jahresende gutgeschrieben. Nach wie vielen ganzen Jahren sind es erstmals mehr als 1500 Euro?
Eine Substanz nimmt angenommen jeden Tag um 15 Prozent ab. Nach wie vielen Tagen ist nur noch die Hälfte übrig? Runde auf zwei Stellen nach dem Komma.
Löse und schreibe den Rechenweg auf.