Bruchterme und Bruchgleichungen
Ein Radfahrer fährt 12 Kilometer. Mit der Geschwindigkeit (in Kilometern pro Stunde) braucht er Stunden. Bei sind das 2 Stunden, bei eine Stunde. Hier steht die Variable im Nenner.
Daraus ergeben sich Fragen. Welche Zahlen darfst du für einsetzen? Bei stünde im Nenner eine 0, und durch 0 kann man nicht teilen. Wie vereinfachst du solche Brüche? Und wie findest du , wenn der Radfahrer 4 Stunden braucht? Das ist eine Gleichung mit der Unbekannten im Nenner. In dieser Lektion klärst du das und lernst dazu die Potenzgesetze, die du für das Rechnen mit Brüchen und Termen brauchst.
Bruchterm und Definitionsmenge
Ein Bruchterm ist ein Bruch, bei dem im Nenner eine Variable vorkommt, zum Beispiel oder . Die Rechenregeln für Brüche gelten weiter. Eine Regel ist besonders wichtig: Der Nenner darf nicht 0 sein.
Die Zahlen, die du für die Variable einsetzen darfst, bilden den Variablengrundbereich. Man nennt ihn auch Definitionsmenge . Du suchst unter den rationalen Zahlen und streichst alle Zahlen, bei denen ein Nenner 0 wird. Dazu setzt du jeden Nenner gleich 0 und löst. Bei gilt für . Also ist . Das Zeichen liest du als „ohne“.
Definitionsmenge bestimmen
Definitionsmenge bestimmen
Bestimme die Definitionsmenge.
- a)
- b)
- c)
Du setzt den Nenner gleich 0. In b) ergibt die Lösung . In c) ist ein Produkt genau dann 0, wenn einer der Faktoren 0 ist. Das gibt und . Beide Zahlen fallen weg.
Erweitern und Kürzen
Brüche erweitern und kürzen kennst du: Zähler und Nenner mit derselben Zahl malnehmen oder durch dieselbe Zahl teilen. Bei Bruchtermen machst du das mit einem Term, der nicht 0 sein darf. Beim Erweitern multiplizierst du Zähler und Nenner mit demselben Term, zum Beispiel für . Beim Kürzen teilst du Zähler und Nenner durch einen gemeinsamen Faktor. Dafür faktorisierst du erst: Du klammerst aus oder nutzt eine binomische Formel. Kürzen darfst du nur Faktoren, nie einzelne Summanden.
Kürzen
Kürzen
Kürze und gib an, welche Zahlen nicht eingesetzt werden dürfen.
- a)
- b)
- c)
Zuerst faktorisierst du, dann kürzt du den gemeinsamen Faktor. In a) klammerst du aus. In b) benutzt du die dritte binomische Formel, in c) die erste und die dritte. Die Einschränkung kommt vom ursprünglichen Nenner: In b) darf nicht sein, obwohl allein für definiert wäre. Probe für b) mit : Links , rechts .
Bruchgleichung
Eine Bruchgleichung ist eine Gleichung, in der die Unbekannte im Nenner steht. So löst du sie:
- Bestimme die Definitionsmenge .
- Multipliziere beide Seiten mit den Nennern, bis keine Brüche mehr da sind. Das ist erlaubt, weil jeder Nenner für Zahlen aus nicht 0 ist.
- Löse die entstandene lineare Gleichung.
- Prüfe, ob die Lösung zu gehört. Wenn nicht, streichst du sie. Mache die Probe.
Bruchgleichungen lösen
Bruchgleichungen lösen
Löse a) und b) .
In a) multiplizierst du beide Seiten mit und bekommst . Die 4 gehört zu . Probe: . In b) multiplizierst du beide Seiten mit . Links kürzt sich , rechts . Es bleibt eine Gleichung ohne Brüche. Die 7 gehört zu . Probe: Links , rechts .
Eine Lösung liegt nicht in der Definitionsmenge
Eine Lösung liegt nicht in der Definitionsmenge
Löse .
Das Multiplizieren mit führt zu . Aber bei steht in der Aufgabe ein Nenner 0. Die Zahl gehört nicht zu und ist keine Lösung. Das Zeichen in der letzten Zeile heißt „gehört nicht zu“. Die Gleichung hat keine Lösung. Deshalb bestimmst du zuerst und vergleichst am Ende.
Potenzgesetze mit ganzzahligen Exponenten
Potenzen wie kennst du. Für Bruchterme brauchst du auch Exponenten, die 0 oder negativ sind. Bei den Potenzen von 2 gilt , und . Jeder Schritt nach unten halbiert das Ergebnis. Setzt du das fort, kommt , dann und . So erklärt man für : und . Ein negativer Exponent bedeutet den Kehrwert, nicht eine negative Zahl.
Mit ganzen Exponenten und und gelten diese Gesetze. Das erste siehst du, wenn du die Faktoren ausschreibst: .
| Gesetz | Beispiel |
|---|---|
Mit Potenzen rechnen
Mit Potenzen rechnen
Vereinfache und schreibe ohne negative Exponenten.
- a)
- b)
- c)
In a) addierst du die Exponenten. In b) subtrahierst du: . Dann schreibst du den negativen Exponenten als Bruch. In c) wendest du zuerst das Gesetz für Produkte an und multiplizierst dann die Exponenten: . Probe für b) mit : und . Alle Terme gelten für .
Summanden kürzen
Summanden kürzen
Jemand kürzt zu .
Du darfst nur Faktoren kürzen, keine einzelnen Summanden. In ist die 6 ein Summand. Probe mit : Links , rechts . Der Term lässt sich nicht kürzen. Wohl aber gilt .
Negativer Exponent, negative Zahl
Negativer Exponent, negative Zahl
Jemand rechnet .
Das Minus im Exponenten macht die Zahl nicht negativ, sondern bildet den Kehrwert: .
Wozu gehört der Exponent?
Wozu gehört der Exponent?
Jemand schreibt .
Der Exponent gehört nur zu . Es ist . Erst mit Klammern gilt .
Zusammenfassung
Ein Bruchterm hat eine Variable im Nenner. Die Definitionsmenge enthält alle Zahlen, für die kein Nenner 0 wird.
Du bestimmst , indem du jeden Nenner gleich 0 setzt und löst. Diese Zahlen fehlen in .
Erweitern und Kürzen geht mit Termen, die nicht 0 sind. Zum Kürzen faktorisierst du zuerst. Gekürzt werden nur Faktoren, nie Summanden.
Eine Bruchgleichung löst du so: bestimmen, mit den Nennern multiplizieren, die lineare Gleichung lösen, Lösung gegen prüfen und die Probe machen.
Eine Lösung, die nicht zu gehört, ist keine Lösung. Manchmal bleibt dann .
Für ganze Exponenten gilt und (mit ). Beim Multiplizieren addierst du Exponenten, beim Dividieren subtrahierst du sie, beim Potenzieren multiplizierst du sie.
Übungen
Für welche Zahl darf im Term nicht eingesetzt werden?
Auf welchen Term lässt sich kürzen (für )?
Löse . Wie lautet ?
Welchen Wert hat ?
Vereinfache zu (mit ). Wie groß ist ?
Löse . Erkläre, warum die Gleichung keine Lösung hat.